Arnold beschreibt eine Form der verschwommenen Seelenblindheit. Normalerweise sieht er mit der Seele, lange bevor der Verstand Begriffe findet. In den Zuständen jedoch verliert dieses innere Sehen seine Schärfe. Die Seele bleibt anwesend, aber ihr Blickfeld wird milchig, als würde dichter Nebel über einer vertrauten Landschaft liegen.
Mit dieser Blindheit ist Angst verbunden. Nicht die Angst vor einem konkreten Objekt, sondern die Angst vor dem Verlust der inneren Orientierung. Was vorher intuitiv erkannt wurde, erscheint plötzlich fremd, undeutlich oder unerreichbar. Dadurch entsteht der Eindruck, als sei die Verbindung zwischen Wahrnehmung und Bedeutung vorübergehend unterbrochen.
Dem Zustand entgegenzuwirken bedeutet nicht, die Angst gewaltsam zu besiegen. Vielmehr geschieht über die Zeit eine langsame Rückkehr der seelischen Sicht. Die Nebelschichten lösen sich oft nicht durch Anstrengung, sondern durch Geduld, Wiederholung vertrauter Handlungen und das Vertrauen, dass die Seele auch dann noch vorhanden ist, wenn sie sich nicht selbst erkennen kann.
Die verschwommene Seelenblindheit ist daher kein vollständiger Verlust, sondern eine zeitweilige Verdunkelung. Die Seele sieht nicht nichts, sondern sie sieht durch Schleier. Jeder überstandene Zustand hinterlässt die Erinnerung, dass Orientierung zurückkehren kann.
So wird die Zeit selbst zu einem Gegenmittel. Sie schafft Distanz zur Angst und öffnet langsam wieder den Blick auf das, was zuvor verborgen schien. Die Seele muss nicht neu erschaffen werden. Sie wartet bereits hinter dem Nebel und wird mit jedem Schritt, mit jedem überstandenen Zustand und mit jedem vergangenen Tag wieder etwas deutlicher sichtbar.