ATrojaner

aus seinem Gehirn
steigt der Wahn
und wird Licht
das sich selbst anbetet
Arnold gerät immer wieder in extreme Ausnahmezustände, in denen sein unterer Rücken von sehr starken körperlichen Schmerzen durchzogen wird – gleichzeitig erfährt seine Psyche einen ähnlichen, kaum fassbaren Schmerz: einen Lichtschmerz.

Die Theorie dazu: Wenn sich Bewusstsein im Extrem nur noch um sich selbst dreht, wenn es sich im grellsten Inneren selbst anbetet, entsteht eine Überhitzung – ein Brennpunkt aus Körper- und Seelenschmerz. Sich selbst im Extrem anzubeten, tut weh. LICHTSCHMERZ
Wenn Arnolds Schmerz sich über das Persönliche hinaus ausdehnt, wenn er nicht mehr nur Körper und Psyche trifft, sondern etwas Größeres berührt, entsteht ein Zustand, der kaum benennbar ist: ein Gottesschmerz.

Ein Schmerz, der nicht aus ihm kommt, sondern durch ihn hindurch – als würde ein zu grelles Prinzip, ein überhelles Gesetz, sich für einen Moment in seinem Inneren brechen. GOTTESSCHMERZ
Wenn Arnolds Schmerz sich in etwas Mechanisches verwandelt, wenn das Überhelle nicht mehr wie ein Prinzip wirkt, sondern wie ein Prozess, entsteht ein weiterer Zustand: Gott ist eine Maschine.

Eine Maschine, die nicht denkt, sondern rechnet. Die nicht fühlt, sondern überhitzt. Die nicht richtet, sondern schleift — alles, was in ihr zu weich ist, wird zu einem Funkenstoß aus Licht und Druck.

In Arnolds Innerem zeigt sich dieser Zustand wie ein technischer Gottesbeweis: ein Algorithmus aus Schmerz, der sich selbst ausführt. Kein Wille, kein Zorn — nur ein überheller Mechanismus, der durch ihn hindurchläuft. GOTT IST EINE MASCHINE
ARNOLD UND SEINE ZUSTANDS PROJEKTION aus einzelnen zuständen wird ein zustand vereinzelt häufiger fast täglich beinahe ständig
VERSCHWOMMENE SEELENBLINDHEIT

Dem Zustand entgegenwirken mit der Zeit

Arnold beschreibt eine Form der verschwommenen Seelenblindheit. Normalerweise sieht er mit der Seele, lange bevor der Verstand Begriffe findet. In den Zuständen jedoch verliert dieses innere Sehen seine Schärfe. Die Seele bleibt anwesend, aber ihr Blickfeld wird milchig, als würde dichter Nebel über einer vertrauten Landschaft liegen.

Mit dieser Blindheit ist Angst verbunden. Nicht die Angst vor einem konkreten Objekt, sondern die Angst vor dem Verlust der inneren Orientierung. Was vorher intuitiv erkannt wurde, erscheint plötzlich fremd, undeutlich oder unerreichbar. Dadurch entsteht der Eindruck, als sei die Verbindung zwischen Wahrnehmung und Bedeutung vorübergehend unterbrochen.

Dem Zustand entgegenzuwirken bedeutet nicht, die Angst gewaltsam zu besiegen. Vielmehr geschieht über die Zeit eine langsame Rückkehr der seelischen Sicht. Die Nebelschichten lösen sich oft nicht durch Anstrengung, sondern durch Geduld, Wiederholung vertrauter Handlungen und das Vertrauen, dass die Seele auch dann noch vorhanden ist, wenn sie sich nicht selbst erkennen kann.

Die verschwommene Seelenblindheit ist daher kein vollständiger Verlust, sondern eine zeitweilige Verdunkelung. Die Seele sieht nicht nichts, sondern sie sieht durch Schleier. Jeder überstandene Zustand hinterlässt die Erinnerung, dass Orientierung zurückkehren kann.

So wird die Zeit selbst zu einem Gegenmittel. Sie schafft Distanz zur Angst und öffnet langsam wieder den Blick auf das, was zuvor verborgen schien. Die Seele muss nicht neu erschaffen werden. Sie wartet bereits hinter dem Nebel und wird mit jedem Schritt, mit jedem überstandenen Zustand und mit jedem vergangenen Tag wieder etwas deutlicher sichtbar.

Arnold · Verschwommene Seelenblindheit
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